Gerätekunde

Beim Dienst werden folgende Armaturen besprochen. (zu den Armaturen ein paar Infos)

Verteiler   Strahlrohrkunde

 

Der Verteiler ist eine wasserführende Armaturen der Feuerwehr. Sie dient dem Verteilen des Löschmittels von einer Zuleitung auf mehrere Schlauchleitungen oder in Sonderfällen auch dem Sammeln von Löschwasserströmen aus mehreren Leitungen. In DIN 14 345 sind zwei Arten von Verteilern genormt: Der B-CBC-Verteiler und der C-DCD-Verteiler, wobei der B-CBC-Verteiler deutlich häufiger verwendet wird.

Der Verteiler besteht aus einem Gehäuse mit 4 Festkupplungen und drei Absperrorganen in Form von Niederschraubventilen. Nicht mehr genormt sind Verteiler mit Kugelkopfhähnen, da diese zu leicht zu Druckstößen führen. Am Gehäuse eines B-Verteilers sind am Eingang und dem gegenüberliegenden Abgang jeweils eine B-Festkupplung, sowie an den beiden seitlichen Abgängen jeweils eine C-Festkupplung angebracht. Zusätzlich kann ein BC-Übergangsstück mit einer Kette am Verteiler befestigt sein (in Österreich nicht üblich). Somit ist es möglich den Löschmittelstrom aus einer B-Leitung auf 3 C- oder 2 C- und 1 B-Leitungen zu verteilen. Der Aufbau eines C-DCD-Verteilers ist analog.

Ein B-Verteiler wiegt mit bis zu 6,6kg mehr als doppelt so viel wie ein C-DCD-Verteiler. Bei einem Druck von 16 bar in Strömungsrichtung oder von 6 bar gegen die Strömungsrichtung (nicht ratsam, da die Ventilteller abreißen können) sind die Absperrorgane noch leicht beweglich und schließen dicht ab. Das Gehäuse selbst muss einem Innendruck von 25 bar standhalten können.

Um einen "Schlauchsalat" an der Einsatzstelle zu vermeiden, gibt es eine festgelegte Reihenfolge für das Anschließen von Leitungen an den Verteiler:

  • C-Rohre: 1. Rohr links, 2. Rohr rechts, 3. Rohr Mitte
  • B-Rohre: Mitte
  • Sonderrohre: Mitte

Als Arbeitserleichterung lässt sich aus dem Verteiler durch Einkuppeln des Stützkrümmers und einem B-Rohr ein Wasserwerfer aufbauen. Zur Stabilisierung wird ein C-Schlauch zwischen beide C-Abgänge gekuppelt und geflutet. Das bewegliche Knaggenteil des Stützkrümmers ermöglicht ein gewisses Ausrichten des Strahlrohres.

Der 2-B-Verteiler (auch Waldbrandverteiler genannt) ist eine Innovation aus den neuen Bundesländern und wird dort seit mehreren Jahrzehnten eingesetzt. Die Wassereinspeisung ist über zwei B-Eingänge möglich, welche durch ein Sammelstück verbunden sind. Die Wasserabgabe erfolgt wie bei handelsüblichen Armaturen über CBC-Abgänge. Diese Form des Verteilers ermöglicht bei z. B. Brandeinsätzen eine ununterbrochene Wasserversorgung der einzelnen Trupps.

 

 

Mehrzweckstrahlrohre sind spezielle Armaturen der der Feuerwehr zur Löschmittelabgabe (Wasser oder Wasser/Schaum-Gemische), die neben den Sonderstrahlrohren, Schaumrohren und Hohlstrahlrohren verwendet werden. Sie gibt es in den Nenngrößen B, C und D. Alle besitzen die Schaltmöglichkeiten Vollstrahl, Sprühstrahl und Halt (daher der Name Mehrzweckstrahlrohr).

Die Wahl, welches Strahlrohr eingesetzt wird, ist eine komplexe Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt und daher meist vom Einsatzleiter, jedoch mindestens vom Gruppenführer befohlen wird. Grundsätzlich ist das erste Mittel der Wahl das C-Strahlrohr, da es in einem Löschgruppenfahrzeug dreifach vorhanden ist, von zwei Mann bedient werden kann und einen moderaten Wasserverbrauch hat. An die Grenzen stößt es meist dann, wenn eine große Höhe oder Weite überbrückt werden muss oder wenn viel Wasser benötigt wird (hohe Brandlast). Weitere Schritte, um mehr Löschmittel aufzutragen: Mundstück abnehmen, Einsatz eines B-Rohres oder mehrere Rohre gleichzeitig.

Da bei B-Strahlrohren eine so starke Rückkraft entsteht, dass diese unmöglich von einem Trupp allein gehalten werden können, werden sie üblicherweise zusammen mit einem Stützkrümmer eingesetzt, welcher 1/3 der Kraft über den Schlauch zum Boden ableitet. Ohne Stützkrümmer oder bei unsicherem Stand müssen - je nach Dienstvorschrift - drei oder vier Feuerwehrleute das B-Rohr halten.

Der Vollstrahl wird über eine einfache Hohldüse geformt (Stabstrahl). Durch Drehen am Absperrorgan kann im Strahlrohr zusätzlich ein Störkörper in den Wasserstrahl gebracht werden, so dass eine Auffächerung des Strahls erreicht wird (Drallstrahl). Die Wassermenge kann über ein abschraubbares Mundstück geändert werden, dazu muss aber die Wasserabgabe unterbrochen werden.

Auf Grund der größerer Flexibilität und dem besseren Strahlbild werden in den letzten Jahren, insbesondere zur Brandbekämpfung in Gebäuden, verstärkt Hohlstahlrohre an der Stelle von Mehrzweckstrahlrohren eingesetzt.

 

 

Schlauchkunde

 

Zumischer

 

Ein Feuerwehrschlauch ist ein essentieller Ausrüstungsgegenstand der Feuerwehr und hat die Aufgabe, das Löschmittel Wasser oder Wasser/ Schaum-Gemische über Wegstrecken zu fördern. Die Schläuche lassen sich grob in zwei Typen unterscheiden: Es gibt Schläuche, die zum Saugen geeignet sind (Saugschläuche) und Schläuche, die unter Druck Wasser weiterleiten (Druckschläuche). In Europa hat sich zum Verbinden der Schläuche die Knaggenkupplung, auch Storzkupplung genannt, durchgesetzt. Diese Kupplung ist hermaphrodit, das heißt es gibt im Gegensatz zu der in den  USA üblichen Gewindekupplung keine verschiedenen Feuerwehrkupplungen an den Enden der Schläuche.   Der Schaummittel-Zumischer ist eine Armatur, die zum Erzeugen von Löschschaum verwendet wird. Der Zumischer saugt dabei das Schaummittel an und vermischt es in einem bestimmten Verhältnis mit dem Löschwasser.

Die Zumischung - oder die Erreichung der korrekten Schaummittelmenge im Schaummittel/Wassergemisch - ist eine äußerst wichtige Komponente der Schaumerzeugung. Falls Schaummittel in einem zu niedrigen Prozentsatz zugemischt wird, ist das Schaummittel/Wassergemisch „zu dünn“ und vermag keinen stabilen Schaum zu bilden. Ist die Zumischrate zu hoch, wird der Schaum zu steif und ist nicht ausreichend fließfähig. Insgesamt sind bei mobilen und stationären Anwendungen verschiedene Zumischsysteme und -einrichtungen im Gebrauch

 

Saugkorb

   

   
Der Saugkorb oder Saugkopf ist eine Armatur der Feuewehr und bildet das Ende der  Saugleitung bei einer Wasserentnahme aus offenen Gewässern.

Er erfüllt hier zwei Aufgaben: Zum einen verhindert er einen Eintritt von Verunreinigungen in den Förderstrom der Pumpe; zum Anderen ein Abreißen der Flüssigkeitssäule in der Saugleitung bei Unterbrechung des Pumpvorgangs und somit die Sicherstellung, dass die Saugleitung ständig mit Wasser gefüllt ist.

Er besteht aus einem Gehäuse mit Sieb und Festkupplung, sowie einem Rückschlagorgan mit Anhebevorrichtung. Sein Gehäuse ist aus einer nichtrostenden Leichtmetall-Legierung gegossen, da der gesamte Saugkorb nicht mehr als 6 kg wiegen darf. Das Sieb muss sehr widerstandsfähig sein und Öffnungen mit einem Durchmesser von maximal 6 mm haben, da größere Teilchen die Pumpe beschädigen können. Außerdem muss der Saugkorb über mindestens drei Standfüße verfügen und kann an der Festkupplung Schnellkupplungsgriffe haben, die ein schnelleres Ankuppeln an die Saugleitung ermöglichen.
Das Rückschlagorgan, welches auf Schwerkraftwirkung beruht, muss bis zu einer Neigung von 30° gegenüber der Horizentalen absolut dicht schließen. Die Anhebevorrichtung ist innerhalb des Siebes angebracht und mit einem Ring versehen. An diesem kann ein Karabinerhaken befestigt werden, damit von außen das Rückschlagorgan mittels Leinenzug geöffnet werden kann. Dies ist wichtig, um die Saugleitung zu entleeren, da sie gefüllt so schwer ist, dass sie kaum bewegt werden kann.